Where To Start (1) – Meine Anfängerfehler

Ich weiß noch ganz genau, als ich vor fast zweieinhalb Jahren die Entscheidung getroffen habe, dass ich abnehmen und gesünder leben möchte. Mit vollem Elan habe ich direkt mit dem Laufen angefangen und wollte meine Ernährung radikal umstellen – aber dann stellte sich mir erst einmal die Frage: “Wo fang’ ich denn jetzt überhaupt an?”

Ich hab anfangs natürlich viele Dinge falsch gemacht (so wie Zucker und Kakao in Jogurt zu leeren, weil es “immer noch gesünder sei als gekaufter Fruchtjogurt”) und auch daraus gelernt, indem ich mir mit der Zeit einiges an Wissen angeeignet habe.

Leider kann einen die Informationsflut aus Internet und Frauenzeitschriften ganz schön überfordern, vor allem weil sich vieles darin widerspricht. Manchmal wär’ es also schon nicht schlecht gewesen, die fundamentalsten Dinge einer gesunden Ernährung einfach mal kompakt zusammengefasst zu sehen.

In einer kleinen Beitragsreihe werde ich euch von meinen Anfängerfehlern erzählen und euch zeigen, wie ihr diese gar nicht erst macht – oder wie ihr es in Zukunft besser machen könnt.

Fehler Nummer 1 – Alles auf einmal wollen und sich Dinge verbieten.

Anfangs ist die Motivation immer groß und man versucht mit vollem Elan, sein Leben um 180° zu drehen. Leider funktioniert das aber auf Dauer meistens nicht. Wer sich vornimmt, bestimmte Dinge nie wieder zu essen oder sich überhaupt nur auf bestimmte Lebensmittelgruppen zu beschränken, wird es nicht nur nicht sehr lange durchhalten, sondern macht sich auch den eigenen Körper zum Feind. Ihr kennt das: sobald man etwas nicht mehr darf, will man es umso mehr. Und schon alleine das Verbot eines bestimmten Lebensmittels lässt das Gefühl aufkommen, man muss dieses unbedingt essen – obwohl das körperliche Bedürfnis danach gar nicht da wäre. Das endet dann meistens in Essattacken mit Bauchschmerzen und Schuldgefühlen – auf welche dann wieder Verbote und Einschränkung folgen. Ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer wieder herauskommt.

Wie kann ich das vermeiden?

Im Grunde ist es eigentlich nicht schwer: keine Verbote! Wenn ihr erst am Anfang steht und eure Ernährung gesünder gestalten wollt, dann werft jede Art von Verbotsdenken und Einschränkung über Bord. Versucht stattdessen, Freude an gesundem Essen zu finden! Oft schmecken ungewohnte, neue Lebensmittel ein wenig fremd, aber gebt ihnen eine Chance. Probiert viele neue Dinge aus, kocht Rezepte nach, die ihr gelesen habt – ihr werdet sehen, dass ihr Geschmäcker entdeckt, von denen ihr vorher nie dachtet, dass ihr sie jemals mögen würdet. Indem ihr neue Lebensmittel in euren täglichen Speiseplan integriert, fällt euch das Weglassen anderer nicht mehr so schwer – aber ihr könntet sie trotzdem jederzeit essen, wenn ihr wolltet. Das nimmt die anfangs oft extreme Lust darauf.

Was will mein Körper mir zeigen?

Wenn ihr eurem Körper die Nährstoffe und Energie gebt, die er braucht, nämlich vollwertige und gesunde Nahrung, wird er es euch zeigen, indem ihr euch gesund fühlt. Ihr werdet munterer, leistungsfähiger und fitter sein und irgendwann gar keine so große Lust mehr auf weniger gesunde Lebensmittel haben.

Vielleicht ist die Versuchung gerade anfangs dennoch sehr groß und ihr fühlt euch gezwungen, zu widerstehen – aber das müsst ihr auch nicht! Ihr müsst euch nicht selber einschränken oder zu irgendetwas zwingen. Wenn ihr ein Schokolade wollt, dann esst Schokolade – aber dafür bewusst! Anstatt euch gedankenlos eine Tafel hineinzustopfen, versucht, euch ein Stück abzubrechen und es wirklich zu genießen, indem ihr es euch langsam auf der Zunge zergehen lasst – ihr sollt die Schokolade auch tatsächlich schmecken. Wenn ihr aber nur Schokolade wollt, weil ihr darauf aus seid, eine gesamte Tafel in Nullkommanichts zu verschlingen, dann steckt etwas anderes dahinter.

Heißhunger kann mehrere Gründe haben: habt ihr längere Zeit nichts oder überhaupt erst wenig gegessen, kann es sein, dass euer Körper euch damit zeigen will, dass er schnellstmöglich Energiezufuhr braucht – der Moment, in dem ihr euch denkt, ihr müsstet auf der Stelle den ganzen Kühlschrank leerfuttern. Dasselbe kann auch passieren, wenn ihr Lebensmittel gegessen habt, die sich ungünstig auf euren Blutzuckerspiegel ausgewirkt haben – diese sind sehr zuckerhaltige, ballaststoffarme Lebensmittel. Wenn ihr diese durch andere Lebensmittel ersetzt, die weniger Zucker und dafür mehr Ballaststoffe enthalten (alias Obst statt Süßigkeiten!), wird sich der Heißhunger bald verabschieden.

Andere Gründe für “Hunger”

Wenn ihr aber genug und ausgewogen gegessen habt, jedoch trotzdem das Bedürfnis nach Essen (und vor allem ungesundem) habt, dann kann etwas viel tieferliegendes dafür verantwortlich sein. Ist euch  vielleicht langweilig? Geht es euch nicht gut? Hattet ihr einen schlechten Tag oder seid gestresst? Dann ist es kein Hunger. Geht euren Emotionen auf den Grund und versucht, andere Bewältigungsmechanismen als das Essen zu finden.

Ich habe gerade zu Beginn den Fehler gemacht, alles auf einmal umstellen zu wollen, und im Endeffekt habe ich mir dann alles verboten, was mir eigentlich geschmeckt hat. Geendet hat das darin, dass ich eine Weile viel zu wenig gegessen habe. Ich dachte, jedes ungesunde Lebensmittel würde mich fett machen und hatte sogar Angst davor, mit Freunden essen zu gehen, weil ich dann mit Essen konfrontiert werden würde. Seit ich es aber geschafft hatte, mich von allen Verboten zu befreien, geht es mir nicht nur psychisch besser, sondern sehe auch endlich die Erfolge, die ich sehen will. “Moderation is key”, und die kommt mit der Zeit ganz von selber.

Wenn ihr euch aber von Beginn an schon keine Verbote macht, sondern einfach versucht, Spaß und Freude an der gesunden Ernährung zu finden, werdet ihr viel einfacher eine Balance finden, die sowohl für euren Körper als auch für eure Psyche gut ist!

Im zweiten von fünf Teilen meiner “Where To Start?” – Reihe geht es darum, wo ihr richtige Information herbekommt und wie ihr falsche erkennt. Stay tuned 🙂

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2 Kommentare

  1. […] man sein Leben gesünder gestalten möchte. Dabei habe ich euch gezeigt, dass es keinen Sinn macht, alles auf einmal zu wollen, woher ihr eure Information nehmen könnt, und warum die falschen Vorbilder und Motive euch auf […]

  2. […] Einen eigenen Beitrag zu diesem Thema findet ihr hier. […]

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