Warum Vollkorn?

Nach Obst und Gemüse bilden Getreideprodukte die Grundlage einer ausgewogenen und gesunden Ernährung – das sieht man sogar an der Österreichischen Ernährungspyramide. Man hört auch oft, dass Vollkornprodukte gegenüber Auszugsmehlprodukten bevorzugt werden sollten. Aber was steckt hier dahinter? Warum ist “Vollkorn” gesünder?

In erster Linie steht “Vollkorn” für ein eher unverarbeitetes Produkt. Im Gegensatz dazu wurden dem Korn bei der Herstellung von Auszugsmehlprodukten viele wertvolle Inhaltsstoffe entzogen.

Die im Getreide enthaltene Stärke (die Kohlenhydrate) bleibt erhalten, ebenso wie die Eiweiße. Bei der Verarbeitung werden dem Korn aber Keim und Schale (die Kleie) entfernt, wodurch Ballaststoffe, Öle, Vitamine und Mineralstoffe verloren gehen.

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Dabei hat das Vollkorngetreide, das all diese Inhaltsstoffe noch enthält, viele gesundheitliche Vorteile. Mineralstoffe und Vitamine sind für den Körper essentiell, und diese lassen sich durch Vollkornprodukte leicht zuführen. Auch der Gehalt an essentiellen Fettsäuren ist sehr hoch. Die Ballaststoffe regen die Verdauung an und fördern die Darmflora und tragen dazu bei, die Blutfettwerte zu senken.

Der Blutzuckerspiegel steigt beim Verzehr von Vollkornprodukten nicht pauschal langsamer an. Jedoch bilden lösliche Ballaststoffe eine Barriere für die Verdauungsenzyme, weshalb die Kohlenhydratverdauung langsamer vonstattengeht und deshalb auch der BZ-Spiegel langsamer ansteigt. Dies ist nur der Fall, wenn zum Beispiel Brot mit ganzen Körnern verzehrt wird. Der glykämische Index liegt hier niedriger als bei normalem Vollkornbrot.

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Auch wenn man ein wenig abnehmen möchte, sind Vollkornprodukte eine bessere Wahl als Weißmehlprodukte. Die Ballaststoffe in beispielsweise Vollkornbrot bewirken, dass sich die Nahrung länger im Verdauungstrakt aufhält und auch aufquellt. Dadurch wird eine längere Sättigung erzielt, was gerade in einer Diät ja das Ziel ist.

Im Alltag kann der Vollkornbrötchen-Einkauf oft mühsam sein. Gerade bei Supermarktbrot wird oft mit der Farbe getrickst, damit es wie Vollkorn aussieht, obwohl es keines ist. Lest euch deshalb immer die Zutatenliste gut durch, denn nur wenn da auch Vollkorn steht, ist wirklich Vollkorn drin.

Es gibt nur wenige Dinge, auf die bei einer ballaststoffreichen Ernährung sonst noch geachtet werden muss. Beispielweise sollte man immer genug Flüssigkeit zuführen, weil es sonst zu Verstopfung kommen kann.

Ich selber backe immer mit Vollkornmehl, weil ich überzeugt bin, dass ich mir damit selber etwas gutes tue. Einen Tipp für’s backen habe ich noch für euch: Vollkornmehl benötigt mehr Flüssigkeit. So wie eurer Verdauung sollte auch einem Teig genug Flüssigkeit gegeben werden. Wenn ihr das beachtet, steht eurer Vollkornbäckerei nichts mehr im Wege.

Eure Melanie

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