Ist Milch ungesund?

Milch und Milchprodukte galten lange Zeit als der Inbegriff von Gesundheit, als Power-Lebensmittel und als essentieller Teil unserer Ernährung. In den letzten Jahren aber musste die Milch aber einiges an Kritik wegstecken: gerade von der veganen Front wird immer mehr behauptet, dass Kuhmilch ungesund sei. Warum das so ist und ob Milch ungesund ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ist Milch essentiell?

Milch enthält viele Nährstoffe wie etwa Eiweiß, die Vitamine B2 und B12, Kalzium, Magnesium, Zink und Phosphor. Diese Mikronährstoffe sind allesamt essentiell, was bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann und er sie somit über die Ernährung zuführen muss. Aber: nur, weil in der Milch diese Nährstoffe enthalten sind, heißt das nicht, dass die Milch an sich ein unentbehrliches Lebensmittel ist.

Der Bedarf an diesen Nährstoffen ist auch über andere Quellen problemlos zu decken.

In einem Glas Vollmilch à 200ml sind enthalten…

130 Kalorien
Davon 7 Gramm Fett und 6,8 Gramm Eiweiß
0,4 mg Vitamin B2 – 0,8  μg B12 – 240 mg Kalzium – 24 mg Magnesium – 0,7 mg Zink – 184 mg Phosphor
(Nährwerte nach FDDB)

Dieselbe Menge an Vitamin B2 ist in 300g Brokkoli oder 200g frischem Spinat oder ca. 200g Dinkel Vollkornbrot enthalten.

Gleich viel Kalzium ist beispielsweise in 350g Brokkoli (sogar bei weniger Kalorien) oder 100g Grünkohl oder 400 Milliliter Mineralwasser enthalten.

Diese Magnesiummenge ist in 30g roten Linsen oder zirka 40g Vollkornbrot oder 50g Spinat enthalten.

0,7 Milligramm Zink sind leicht zu decken: beispielsweise sind in 100g Kichererbsen oder einer Scheibe Vollkornbrot oder 30g Quinoa bereits mehr enthalten.

Phosphor ist ebenfalls nicht schwer zu bekommen. Zirka 200mg sind in 20g Weizenkleie oder 100g Sojabohnen oder 400g Kohlrabi.

Wie ihr ohne tierische Produkte euer Eiweiß decken könnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag, und wie ihr euer B12 bekommen könnt, könnt ihr hier lesen,

Wie man also unschwer erkennen kann, ist Milch in keiner Weise essentiell für den Körper, da er die enthaltenen Nährstoffe auch anders beziehen kann.

DSC_0003

Ist Milch ungesund?

Osteoporose

Milch enthält neben oben genannten Nährstoffen weitere Nährstoffe, die unserer Gesundheit schaden. Wurde Milchkonsum bisher immer als wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Osteoporose genannt, so fördert sie tatsächlich das Osteoporose-Risiko. Die in Milch enthaltenen Eiweißstrukturen enthalten sehr viel Schwefel, welcher eine Ansäuerung des Blutes bewirken kann – dieses muss dann wieder neutralisiert werden, weshalb Kalzium aus den Knochen gelöst werden muss. Bei pflanzlichen Eiweißquellen geschieht dies nicht. Somit steigt das Risiko, Knochenbrüche zu erleiden, mit dem Milchkonsum.

Fett und Cholesterin

In 100 Milliliter Vollmilch sind mindestens 3,5g Fett enthalten, davon besteht der Großteil aus gesättigten Fettsäuren. Mit 12mg Cholesterin auf diese Menge liegt der Gehalt im Vergleich noch relativ gering. Dennoch ist das Milchfett ein sehr minderwertiges Fett in der Ernährung. Ein zu hoher Konsum solcher Fette lässt auf Dauer den körpereigenen Cholesterinspiegel im Blut ansteigen, was zu arteriosklerotischen Gefäßveränderungen führen. Diese sind die Ursache für Herzinfarkt, Schlaganfall und co.

Natürlich ist es schwierig, ein Lebensmittel pauschal als gesund oder ungesund zu deklarieren, da es im Großen und Ganzen immer die Menge ist, die das Gift macht. Hierbei muss aber beachtet werden, dass die empfohlene Zufuhr für Milchprodukte bei “3 Portionen pro Tag” liegt. Das entspricht laut Bundesministerium für Gesundheit (Österreich) etwa 600 Milliliter Milch – was doch schon eine ganze Menge ist.

Laktoseintoleranz

Vielen Menschen geht es so wie mir, und sie vertragen Milch und Milchprodukte grundsätzlich nicht, weil sie eine Laktoseintoleranz haben. Das bedeutet, dass im Darm die in Milch enthaltene Laktose (Milchzucker) nicht aufgespaltet werden kann, was zu Verdauungsstörungen führt. Grund dafür ist das fehlende Enzym “Laktase”.

Laktoseintoleranz wird oft wie eine Krankheit dargestellt. Es gibt sogar Tabletten mit Laktase, die das Verdauen von Milchprodukten möglich machen. Allerdings ist die Milchzuckerunverträglichkeit sogar der “Normalzustand” des Menschen – tatsächlich vertragen die meisten sie nur, weil in unserer Gesellschaft viel Milch verzehrt wird, was die Produktion der Laktase auch nach Säuglingsalter noch stimuliert und somit fördert. Im Vergleich dazu: in Ländern, wo Milch keinen so hohen Stellenwert hat (wie beispielsweise in asiatischen Ländern) liegt die Quote der Laktoseintoleranten bei bis zu über 90%.

Wenn man darüber nachdenkt, ist das ganze auch logisch. Kuhmilch wird von der Kuh nur zu dem Zweck produziert, um ein Kalb in seinen ersten Lebensmonaten zu versorgen. Genau so ist es beim Menschen – eine Frau “gibt” ja auch keine Milch, sobald ihr Baby keine mehr trinkt. Warum sollte der Mensch also Milchprodukte verzehren, wo doch ganz klar ist, dass sie nicht für ihn bestimmt ist? Es gibt ja einen Grund, warum er sie eigentlich nicht verträgt. 🙂

Den ethischen Aspekt des Milchkonsums werde ich heute nicht erklären – sollte euch das aber auch interessieren, empfehle ich euch, euch Videos von der PETA-Seite oder auf YouTube anzusehen, die das Thema behandeln. Passende Bücher sind “Die Milch macht’s!” von Alissa Hamilton oder “Peace Food” von Rüdiger Dahlke.

Milch-Alternativen

Mittlerweile gibt es unzählige pflanzliche Alternativen zu Milch – auch ohne Soja. Egal ob Mandel-, Reis-, Dinkel-, Hafer-, Haselnuss-, Kokos- oder Cashewmilch – keine Wünsche werden mehr offen gelassen 🙂 Zusätzlich gibt es auch schon Sojaquark, Käse, pflanzliches Joghurt, Rahm und Sahne. Außerdem sind viele dieser Produkte bereits mit Vitamin B12 angereichert, was sie mindestens so nährstoffreich wie das “Original” macht – nur ohne die gesundheitlichen Nachteile!

Hefeflocken

Mein Geheim-Tipp

Naja, so geheim ist er mittlerweile nicht mehr, schließlich verwenden sie viele: Hefeflocken! Über Pasta mit Tofu-Bolognese gestreut schmecken sie wie Parmesan, nur ein wenig nussiger! Die müsst ihr unbedingt probieren! Ein Rezept, wo Hefeflocken nicht fehlen dürfen, findet ihr hier.

Wie handhabt ihr das? Konsumiert ihr Milchprodukte oder greift ihr auch lieber auf pflanzliche Alternativen zurück?

Bis bald!

Eure Melanie

2 Kommentare

  1. Katharina sagt: Antworten

    oh yeah 😀 Hefeflocken! <3

    1. Ich liebe liebe liebe sie! 😀

Kommentar verfassen