Where To Start (2) – Falsche Informationsquellen

19,9 Millionen Ergebnisse in nicht einmal einer halben Sekunde. Das kommt, wenn man „Abnehmen“ googelt. Bei „Gesund essen“ sieht’s ähnlich aus: 25 Millionen Ergebnisse in 0,33 Sekunden. Und wer schon einmal an einem Zeitschriftenregal im Kiosk vorbeigegangen ist, wird merken, dass auch dort „Gewichtsabnahme“ und „Ernährung“ die Nummer-1-Themen sind.

Das Problem dabei: nach dem durchstöbern von gefühlt hunderten Artikeln wird man merken, dass man danach noch ungefähr genauso viel weiß wie vorher, und sich viele Artikel sogar grundsätzlich widersprechen. Kohlenhydrate sind böse, Kohlenhydrate sind gesund. Fett macht fett, fett macht schlank. Low Carb ist gesund, Low Carb ist ungesund.

Jetzt kommt der schwierige Teil der Sache: Woher soll ich denn nun wissen, was stimmt?

Als ich begonnen habe, meine Ernährung umzustellen, habe ich einen ziemlich großen Fehler gemacht: ich hatte die dafür notwendige Information von Instagram oder von verschiedenen Blogs und Zeitschriften. Was ist denn daran nun falsch? Nun ja, bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass Instagramaccounts mit Namen wie „Weightlossguide“ oder „Weightlossforher“ im Grunde nur unseriöse Information verbreiten und versuchen, Produkte zu verkaufen. Selbiges galt für die Blogs. Keine Quellenangaben, keine Studien, keine wissenschaftlichen Beweise – lediglich ein Autor, der sein Produkt anbringen möchte. Das beste Beispiel dafür sind die auf Instagram so gepriesenen „Abnehm-Tees“ oder „Detox-Tees“. Auch wenn die vielleicht gut schmecken, sie sind im Grunde stinknormale Tees ohne Wirkung, dafür maßlos überteuert.

Klar hab ich gedacht, das alles wirkt. Die Instagram-Fotos von den schlanken Mädels mit dem Tee in der Hand beweisen es ja! Leider hat mir niemand gesagt, dass diese Mädels auch ohne Tee dünn waren und sie dafür bezahlt wurden, damit zu posen. Es ziemlich lange gedauert, bis ich gemerkt habe, woher ich meine Information wirklich beziehen kann.

Wie kann ich das vermeiden?

Im Grunde gilt eines: wenn euch jemand etwas verkaufen will, glaubt ihm nicht. Und wenn er oder sie euch etwas erzählt und felsenfest behauptet, dass es stimmt: recherchiert selber. Nur zu googeln reicht dabei oft nicht, dafür gibt es großartige Webseiten, die seriöse Studien und Information liefern. Ein paar davon, welche ich gerne benutze (und sogar für meine Diplomarbeit verwendet habe) hab ich euch unten verlinkt. Das ganze ist für euch natürlich mit ein wenig mehr Aufwand verbunden, als besagter Person einfach zu glauben – dafür kann euch aber niemand was vormachen.

Und woher merke ich denn nun, welche Quellen seriös sind?

Eine Regel gilt sowohl für Instagramposts, Blogartikel (und dabei bin ich selber etwas faul, ich weiß) oder Artikel in diversen Zeitschriften und auch YouTube-Videos: Quellenangaben. Leider verlinken auch nicht alle seriösen Blogs, woher sie ihre Information beziehen, hier gilt dann selbiges wie oben: lieber nochmal selber recherchieren. Viele tun es aber glücklicherweise, und dann könnt ihr auch selber überprüfen, ob ihr diesen Quellen Glauben schenken möchtet oder nicht.

Information, auf die ihr euch verlassen könnt, findet ihr beispielsweise in Fachliteratur. Damit meine ich aber nicht Bücher von Autoren à la Sasha Walleczek (die euch wieder nur ihr Diätprogramm verkaufen möchte), sondern Literatur von seriösen, unabhängigen Verlägen und Autoren. Diese Bücher werden auch in Studiengängen wie Diätologie verwendet, weshalb ich mich gerne auf diese verlasse.

Natürlich muss am Ende des Tages jeder für sich entscheiden, wem oder was er glauben schenken möchte. Es gibt nunmal zu jedem Thema verschiedene Gesichtspunkte, die es zu beachten gilt, und nicht jeder ist derselben Meinung. Was bei vielen oft noch mitspielt ist die persönliche Erfahrung – so würde ich beispielsweise nie jemandem Low-Carb empfehlen, während ein anderer wieder das Gegenteil sagt, weil er damit gute Erfolge erzielt hat.

Das einzige, wovor ihr euch hüten solltet, sind Pauschalaussagen, wie sie oft in Frauenzeitschriften gemacht werden. Lasst euch bitte nicht von Verkaufsmaschen (auch über Instagram oder YouTube) einwickeln, die euch versprechen, ihr könntet innerhalb weniger Zeit einen „perfekten Körper“ bekommen. Es gibt keine Master-Diät, die für jeden funktioniert, und Kalorientabellen, die euch sagen, wie viel ihr bei bestimmten Aktivitäten verbrennt, könnt ihr getrost aus dem Fenster werfen.

Es ist euer Körper, eure Ernährung, und im Endeffekt auch eure Entscheidung. Wenn ihr euch nicht sicher seid, wem ihr glauben wollt, dann probiert einfach selber viel aus. Findet heraus, was euch am besten tut. Die eigene Erfahrung ist immer noch die wertvollste Quelle von allen!

Im nächsten Beitrag meiner „Where To Start“-Reihe geht es um ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt: die falschen Vorbilder und das Setzen von realistischen Zielen.

Where to start 2 (1)

Links

Webseiten für Studien (leider auf Englisch, viele Studien gibt’s auf Deutsch gar nicht):

YouTube-Kanal:

  • LeaLovesLifting (meine Lieblingsyoutuberin, wenn es um fundiertes Wissen zum Thema Ernährung und Sport geht – kann ich nur empfehlen!)

Bücher zu Ernährung und Sport:

Seriöse Webseiten:

 

3 Kommentare

  1. […] Das hat natürlich einen großen Vorteil: man kann sich immer wieder neue Motivation holen, indem man Instagrambilder durchklickt und sich vielleicht auch den einen oder anderen Tipp holen (aber Achtung – nicht jede Seite ist seriös! Mehr dazu lest ihr in diesem Beitrag). […]

  2. […] Dabei habe ich euch gezeigt, dass es keinen Sinn macht, alles auf einmal zu wollen, woher ihr eure Information nehmen könnt, und warum die falschen Vorbilder und Motive euch auf lange Zeit nur frustrieren. […]

  3. […] zweiten von fünf Teilen meiner „Where To Start?“ – Reihe geht es darum, wo ihr richtige Information herbekommt und wie ihr falsche erkennt. Stay tuned […]

Kommentar verfassen