Vor einer Woche habe ich offiziell meine Diät beendet. Jetzt stellt sich vielleicht die Frage – wie geht’s jetzt eigentlich weiter?

Ich muss ehrlich sein, einen richtigen Plan habe ich dafür nicht. Brauche ich nicht. Wozu auch? Ich habe erst mal genug von irgendwelchen Richtlinien.  „Reverse Dieting“ oder weiß der Geier was kann ich nun wirklich nicht gebrauchen. Ich habe etwas ganz anderes vor.

Die letzten beiden Jahre hängen mir schon ein wenig nach. Seit ich im Jänner 2014 mein Leben von Grund auf geändert habe, habe ich alles durch. Defizite von mehr als 1500 Kalorien pro Tag, Low Carb, keine Kohlenhydrate am Abend – und natürlich habe ich die Rechnung dafür bekommen. Mein Körper hat es mir nicht unbedingt gedankt.

Seit Dezember 2014 zähle ich meine Kalorien und Makros („If it fits your macros“ – mehr dazu hier) und dachte, es sei die Erleuchtung. Und natürlich hatte ich damit tolle Erfolge, sowohl im Aufbau als auch in der Diät. Das Problem dabei: ich habe mittlerweile komplett verlernt, auf meinen Körper zu hören. Schlimmer noch, ich vertraue ihm nicht mehr.

Das bedeutet aber nicht, dass ich mir Lebensmittel verbiete oder meine Hungergefühle ignoriere. Ich esse was ich will, wann immer ich Lust darauf habe. Viel mehr heißt das, dass ich gelernt habe, mein Sättigungsgefühl zu ignorieren und weit darüber hinaus zu essen.

Ich spreche hier nicht davon, dass es nicht okay sei, sich manchmal den Bauch vollzuschlagen – daran ist nichts falsches oder gar ungesundes! Es wird nur dann zum Problem, wenn man sich bei jeder Mahlzeit überisst, nur, um im Anschluss ein schlechtes Gewissen zu haben. Bauchschmerzen sowieso.

Das bringt mit sich, dass sich meine Gedanken ständig um’s essen drehen. Was kann ich heute noch essen? Wieviele Kalorien hab ich noch frei? Hab ich schon genug Eiweiß? Wann esse ich als nächstes?

Das ganze tut mir nicht gut. So eine Beziehung zum Essen tut keinem gut. Deshalb habe ich einen für mich komplett neuen Weg eingeschlagen: zurück zum intuitiven Essen. Ich habe die Küchenwaage weggestellt, meine Tracking-App nicht mehr angerührt – und esse einfach. Nicht mit dem Ziel, abzunehmen oder Muskeln aufzubauen, sondern einfach, wenn ich Hunger oder Lust darauf habe. Und dann, ohne auch nur ein bisschen an die Mengen zu denken. Wo ich vorher noch peinlichst genau zweiunddreißig Gramm Haferflocken mit 135 Milliliter Sojamilch getrackt habe, achte ich ab sofort nicht einmal mehr grob darauf.

Ich nehme mir einfach soviel, wie ich mir zutraue, zu essen – ohne mich überfüllt zu fühlen. Und wenn ich esse, dann genieße ich wieder viel mehr. Ich will wieder lernen, meinem Körper zu vertrauen. Er weiß genau, was er braucht und vor allem wie viel davon – ich muss ihm nur wieder zuhören, wenn er versucht, es mir zu zeigen.

Es kann sein, dass ich in nächster Zeit wieder ein wenig zunehmen werde. Vielleicht nehme ich auch ab, ich habe keine Ahnung. Aber ich achte nicht darauf, weil mir eine gesunde Beziehung zum Essen jetzt viel wichtiger ist. Meinen Körper liebe ich auch mit ein paar Kilogramm mehr oder weniger!

Das Foto ist von letzter Woche - seitdem liege ich krank auf der Couch :(

Das Foto ist von letzter Woche – seitdem liege ich krank auf der Couch 🙁