Zucker macht dick, Zucker ist ungesund, Zucker verursacht Diabetes! Schon als Kinder lernen wir, dass ein hoher Zuckerkonsum sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt, uns Süßigkeiten dick machen und dass jeder zugesetzter Zucker in Lebensmitteln „böse“ ist. Aber was ist wirklich dran? Ist Zucker ungesund und macht er wirklich dick?

Ist Zucker ungesund?
3 Zucker Mythen aufgeklärt

Was ist Zucker eigentlich?

Bevor wir in die Materie der Zucker-Mythen eintauchen, müssen wir uns erst darüber klar werden, was Zucker eigentlich ist.

Der Haushaltszucker, auch Saccharose genannt, wie wir ihn kennen, ist einfach eine Verbindung als Kohlenhydraten, also Sacchariden. Er ist ein Disaccharid ( = Zweifachzucker) bestehend aus den Einfachzuckern Glucose und Fructose. Bei der Verdauung wird dieses Dissacharid in seine Monosaccharide aufgespalten, wodurch diese dann der Energiebereitstellung dienen.

Jedoch ist nicht nur der Haushaltszucker ein „Zucker“. Tatsächlich ist jedes Kohlenhydrat eine Verbindung von Einfachzuckern. Dazu gehören auch die „komplexen Kohlenhydrate“ oder „Polysaccharide“, wie etwa die in Kartoffeln oder Getreide enthaltene Stärke. Diese besteht aus vielen Glucose-Einheiten, und wird zu eben diesen aufgespalten.

Das bedeutet wiederum, dass es für den Körper im Grunde keinen Unterschied macht, ob du nun Industriezucker aus Süßigkeiten oder den Zucker aus beispielsweise Trockenfrüchten zuführst. Natürlich sind Trockenfrüchte aufgrund der enthaltenen Mikronährstoffe und Ballaststoffe aber die bessere Wahl – der enthaltene Zucker ist jedoch derselbe.

Sogar Ballaststoffe sind im Grunde Polysaccharide – jedoch sind diese nicht verwertbar und gelangen aufgrund ihrer Resistenz gegen unsere Verdauungsenzyme unverändert im Dickdarm. Deshalb dienen sie nicht der Energiezufuhr und werden auch nicht in Monosaccharide aufgespalten.

Nun wissen wir also, was Zucker ist. Jetzt stellt sich aber die Frage – was ist dran an den Zucker-Mythen? Ist Zucker ungesund und macht er dick?

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Ist Zucker ungesund?

Schon allein aufgrund der obigen Erklärung ist es schlichtweg falsch zu behaupten, „Zucker sei ungesund“ – denn jedes Kohlenhydrat ist im Grunde in Zucker, und Kohlenhydrate machen einen großen und wichtigen Teil unserer Ernährung aus.

Beschränkt man sich auf die Aussage „Haushaltszucker ist ungesund!“, so ist da schon etwas mehr Wahrheit enthalten – auch, wenn man das so eigentlich auch nicht sagen kann.

Denn: Haushaltszucker ist nicht per se „ungesund“. Ja, mit dem Konsum von Haushaltszucker führt man grundsätzlich leere (=nährstofffreie) Kalorien zu sich. Das ist aber noch nicht das Problem.

Ungesund wird der Konsum von Haushaltszucker dann, wenn er zu einem Kalorienüberschuss führt, welcher dann Übergewicht verursacht. Dieser ist es dann, der negative gesundheitliche Folgen hat. Weiters ist bei einem hohen Konsum von „leeren Kalorien“ in der täglichen Ernährung weniger „Platz“ für vollwertige, nährstoffreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Auch das hat natürlich negative Auswirkungen auf unseren Körper.

Es ist also nicht der Zucker selbst, der „ungesund“ ist – sondern vielmehr die komplette Ernährung rundherum, die dann zu gesundheitlichen Herausforderungen wie Übergewicht führt.

Macht Zucker dick?

Schon als Kinder lernen wir, dass Süßigkeiten dick machen, weil sie Zucker enthalten. Aber woher kommt dieser Mythos?

Dieser hat wohl mehrere Ursprünge:

  1. Zuckerhaltige Lebensmittel sind meist auch fetthaltig (Süßigkeiten, süßes Gebäck, Burger, Pizza, etc. – klassisches Fast Food also). Diese Kombination ist somit sehr kalorienlastig bei gleichzeitig geringer Sättigung und hohem Heißhungerpotenzial. Das macht es leicht, sich an solchen Lebensmitteln zu überessen und einen Kalorienüberschuss zu erzeugen, der dann zu Gewichtszunahme führt.
  2. Eine Kohlenhydratzufuhr führt kurzfristig zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, wodurch auch der Insulinspiegel im Blut steigt (da Insulin dafür „zuständig“ ist, dass die Glucose vom Blut in die Zellen geschleust wird). Lange dachte man, dass dieser zu Übergewicht führt. Das ist jedoch nicht der Fall.
    Im Gegenteil: Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon und ist beispielsweise auch für das Sättigungsgefühl zuständig. Lediglich bei bereits vorhandenem Übergewicht oder Krankheiten kann ein hoher Insulinspiegel ein Problem, oder vielmehr ein Indikator für Probleme, sein.
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ZUNEHMEN NACH DER DIÄT? 🤔 Erstmal – kurzes #throwback zur #5daysout shape von Mitte Juni 😍🙏🏻 Mittlerweile ist die Form natürlich nicht mehr ganz so 👆🏼 und die Waage zeigt auch wieder mehr an. Aaaaaber das ist auch vollkommen okay – dafür merk ich nämlich, wie die Kraft wieder richtig kommt, wodurch das Training natürlich wieder viiiiiel mehr Spaß macht 😍 Außerdem freu ich mich richtig auf die Improvement Season (Wortlaut vom Coach gelernt, und sagt in meinen Augen auch mehr über die Ziele aus als Bulk oder Aufbau 😏) – weshalb es für mich jetzt absolut in Ordnung ist, dass ich wieder zunehme! 😊 Ich lass mich mittlerweile nicht mehr verunsichern, wenn die Zahl auf der Waage langsam raufgeht. Langfristige Ziele stehen im Vordergrund! 💪🏼 Lasst euch nicht vom „Zunehmen“ abschrecken, oder euch gar von einem Kilo mehr auf den Rippen verrückt machen. It‘s part of the game – appreciate it 😋🙏🏻 #dowhatyoulove #bodybuilding #progress #improvementseason #throwback #girlswithabs #timeforsomegains

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Führt Zucker zu Diabetes?

Das führt uns gleich weiter zum letzten Zucker-Mythos – verursacht ein hoher Zuckerkonsum Diabetes?

Wie entsteht Diabetes?

Diabetes mellitus Typ II („Zuckerkrankheit“) ist eine Stoffwechselstörung, bei welcher die Körperzellen resistent gegen Insulin werden. Dadurch können sie keine Glucose aus dem Blut mehr aufnehmen und der Blutzuckerspiegel bleibt dauerhaft hoch.

Durch diesen hohen Blutzuckerspiegel produziert die Bauchspeicheldrüse mehr und mehr Insulin. Mit der Zeit ist diese erschöpft und kann kein Insulin mehr produzieren – der Blutzuckerspiegel bleibt dann dauerhaft erhöht (Hyperglykämie).

Typ-2-Diabetes hat teilweise genetische Ursachen, ist aber vorrangig eine Lebensstil-Erkrankung. Risikofaktoren sind eine allgemein ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und Übergewicht.

Es ist also wieder der Lebensstil und allem voran das Gewicht, das diese Krankheit (neben genetischen Prädispositionen) verursachen – und nicht der böse Zucker.

Fazit: Der richtige Umgang mit Zucker

Nun wissen wir also, dass Haushaltszucker alleine nicht per se ungesund ist, dick macht oder Krankheiten verursacht. Das heißt aber nicht, dass er komplett uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Es heißt vielmehr, dass du vorrangig darauf achten solltest, ein gesundes Gewicht zu halten, täglich viel Obst und Gemüse zu konsumieren und regelmäßig Sport zu treiben. Sind diese Grundlagen abgedeckt, ist auch der Zuckerkonsum kein Risikofaktor mehr für dich!

Wenn du lernen möchtest, deinen täglichen Zuckerkonsum zu reduzieren, findest du in diesem Beitrag vier praktische Tipps:

4 Tipps, um deinen Zuckerkonsum im Alltag zu reduzieren - Squats, Greens & Proteins - Ist Zucker ungesund?

Wie gehst du mit Zucker um? Meidest du ihn vielleicht ganz?

Bis bald,

Unterschrift komprimiert Squats, Greens & Proteins
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