30 Ernährungsmythen, die du nicht mehr glauben solltest

Zucker macht süchtig, Insulin macht dick, und bei zu wenig Kalorien schläft dein Stoffwechsel ein – ganz klar, oder? Welche Ernährungsmythen du ab sofort definitiv nicht mehr glauben solltest, kannst du in diesem Blogbeitrag lesen!

Wenn’s um Ernährung oder Abnehmen geht, gibt es zu jedem Thema gefühlt hunderte verschiedene Ansichten. Das vermittelt den Eindruck, als wäre gesunde, zielorientierte Ernährung in der Umsetzung extrem schwierig und kompliziert.

Dabei wäre es eigentlich super einfach – wenn man sich von den Mythen löst und die Thematik ganzheitlicher betrachtet. Deshalb zeige ich dir, welche Ernährungsmythen du 2019 nicht mehr für bare Münze nehmen solltest.

Bevor du diesen Beitrag liest…

Disclaimer: diese „Ernährungsmythen“ können in Einzelfällen natürlich zutreffen. In den meisten Fällen steckt auch ein wenig Wahrheit dahinter. Dieser Blogbeitrag soll dazu dienen, um dir zu zeigen, dass jeder dieser Mythen differenzierter betrachtet werden muss und keiner davon allgemein gültig ist.

Er ist dazu da, um zu veranschaulichen, wie viele Mythen sich immer noch um das Thema „Ernährung“ ranken – und dieses dann unnötig kompliziert machen. Versteht das Ganze (und vor allem auch das Video) auch mit ein bisschen Humor. 😉

10 Ernährungsmythen, die du 2019 nicht mehr glauben solltest

1. Die neue Diät X ist der beste Weg zum Ziel

Eine bestimmte Diät, egal wie „neu und innovativ“ sie auch sein mag, ist nie für jeden der beste Weg zum Ziel. Nur, weil sie für mich gut funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass das auch für dich gilt.

Die effektivste, wirksamste Diät ist jene, die sich in Form von neuen Gewohnheiten langfristig in deinen Lebensstil integrieren lässt. Das bedeutet dann zwar, dass die Erfolge etwas länger auf sich warten lassen, dafür hast du dann auch lange etwas davon.

Für den Großteil der Menschen ist eine solche Ernährungsform dann nicht „FDH“, „Keto“ oder „LowFat“ – sondern schlichtweg eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Ballaststoffen und ausreichend Protein und Fett.

Wenn dir in Zukunft also eine neue Diät verspricht, die beste für das Erreichen deiner Ziele zu sein, dann halte besser Abstand von ihr.

Ernährungsmythen

2. Lebensmittel Y ist ungesund

Bullshit. Es ist nicht ein spezielles Lebensmittel, das an sich „ungesund“ ist. Das ist für viele im ersten Moment unverständlich. Sind Junkfood, Süßigkeiten und Co. nun doch besser als ihr Ruf?

Natürlich solltest du dich nicht nur von Schokolade und Burgern ernähren, wenn du deine Ernährung gesünder gestalten willst – aber ein Lebensmittel ist nicht von Grund auf ungesund.

Nahrungsmittel sind unterschiedlich nährstoffreich (oder -arm), unterschiedlich sättigend und unterschiedlich funktional – indem sie beispielsweise proteinreicher oder -ärmer, oder fettreicher oder -ärmer sind.

Besteht deine gesamte Ernährung aus nährstoffreichen, sättigenden Lebensmitteln mit gesundheitsfördernden Effekten, dann brauchst du dir absolut keine Gedanken zu machen, wenn ein kleinerer Teil deiner Ernährung aus nährstoffärmeren Dingen wie Junkfood besteht.

Es ist nicht ein einzelnes Lebensmittel, das „ungesund“ ist – deine Ernährung musst du immer ganzheitlich betrachten!

Mehr zum Thema „Gesunde Ernährung“ kannst du in diesem Beitrag lesen:

So funktioniert Gesunde Ernährung wirklich - darauf musst du achten!

3. Wenn du nicht abnimmst, hast du wohl Muskeln aufgebaut!

„Die Waage zeigt von heute auf morgen ein halbes Kilo mehr an? Dann wirst du wohl Muskeln aufgebaut haben! Muskeln sind ja schwerer als Fett, also mach dir darüber nicht zu viele Gedanken darüber!“

Bewegt sich in einer Diät das Gewicht in die falsche Richtung (nämlich nach oben) wird das gerne mal damit gerechtfertigt, dass man ja Muskeln aufgebaut haben könnte. Das ist auch nicht ganz falsch – schließlich kann man gerade als Anfänger auch in einem Kaloriendefizit Muskulatur aufbauen.

Allerdings ist es unrealistisch, sich Gewichtsschwankungen von einem oder mehrern Kilos pro Tag (ja, das ist realistisch!) mit Muskelaufbau zu erklären – denn Muskelaufbau ist ein langwieriger, und leider auch sehr mühsamer, Prozess.

Bewegt sich die Zahl auf der Waage also nach oben, anstatt nach unten, hat das andere Gründe. Du könntest beispielsweise mehr Salz gegessen haben, unter Stress leiden, deine Periode bekommen, oder vielleicht auch schlichtweg nicht (mehr) im Kaloriendefizit oder gar im -überschuss essen.

All das sind plausiblere Gründe zur Erklärung von kurzfristigen Gewichtsschwankungen als Muskelaufbau.

Ernährungsmythen - Waage

4. Superfoods retten deine Ernährung

Superfoods wie Spirulina, Chia-Samen oder Weizengras sind seit ein paar Jahren ein absoluter Trend in der Ernährungsszene. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch gerechtfertigt – denn immerhin sind sie sehr nährstoffreich und gesund.

Allerdings wird ihre Wirkung weit überschätzt. Gleichzeitig unterschätzen die meisten die Auswirkung einer schlichtweg ausgewogenen, generell ausgewogenen Ernährung.

Hast du viel Obst und Gemüse, gesunde Fette und hochwertige Proteine in deinen Alltag bereits integriert, stellen Superfoods vielleicht noch das i-Tüpfelchen der Nährstoffzufuhr dar.

Fehlt aber diese Basis, werden auch Superfoods nicht sicherstellen, dass dein Bedarf an Mikronährstoffen gedeckt ist. Investiere das Geld, das du für diese „Wundermittel“ ausgeben würdest, lieber in eine von Grund auf gesunde Ernährung – davon wirst du langfristig länger profitieren.

Hast du diese gesunde Basisernährung abgedeckt, kannst du immer noch in Superfoods investieren, um deine Ernährung zu „boosten“ – lass dich aber nicht vom Hype der Samen und Co. mitreißen.

Ernährungsmythen - Spar dir das Geld für Superfoods und investiere lieber in gesunde Basis-Lebensmittel.

5. Zucker macht süchtig

Ein Mythos, der sich seit langer Zeit hartnäckig hält: die Zuckersucht.

Das ist irgendwo auch verständlich. Wir haben es alle schon am eigenen Leib erlebt – haben wir Gelüste nach Lebensmitteln, dann nach zuckerreichen Süßigkeiten und kohlenhydratgeladenen Snacks und Knabbereien.

Das ist aber keine „Sucht“ in dem Sinne.

Die Wahrheit ist, dass Zucker an sich nicht süchtig macht.

Was diese Lebensmittel so unwiderstehlich macht ist die Kombination aus süß, salzig und „umami“ (dem „Wohlgeschmack“, „deftigen“) – also der Mix aus Kohlenhydraten, Fetten und Salz.

Diese Lebensmittel stehen für eine hohe Energiezufuhr, welche früher überlebensnotwendig war. Dein Körper signalisiert dir, mehr davon zu essen. Er „weiß“ immerhin nicht, dass du nicht mehr um dein Überleben kämpfen musst und auch nicht vor einer Hungersnot stehst.

Wenn du genauer darüber nachdenkst, macht das auch Sinn – du hast nicht das Bedürfnis, reine Zuckerwürfel zu verschlingen (was eine „Zuckersucht“ im eigentlichen Sinne wäre). Du hast das Verlangen nach fett-, kohlenhydrat- und salzreichen Lebensmitteln. Und das ist wiederum reine Gewohnheitssache.

Das hat einerseits Vorteile: du hast beispielsweise nicht mit den klassischen Entzugssymptomen zu kämpfen, die man vom Drogenentzug kennt. Allerdings erfordert es natürlich trotzdem sehr viel Energie und Kraft, die Gewohnheiten zu ändern, die das Verlangen nach diesen Lebensmitteln erst hervorrufen.

Ernährungsmythen - Es gibt keine Zuckersucht

6. Insulin macht dick

Ein ganz kurzer Ausflug in die Biologie: Insulin ist ein Hormon, das nach der Nahrungsaufnahme ausgeschüttet wird. Es sorgt unter anderem dafür, dass der Zucker in deiner Blutlaufbahn, den du zugeführt hast, in die Zellen geschleust wird – und senkt somit den Blutzuckerspiegel.

Lange glaubte man, dass Insulin die Fettverbrennung hemmt und somit die Gewichtsabnahme unmöglich macht.

Letztendlich ist aber der einzig über Zu- oder Abnehmen entscheidende Faktor das Kaloriendefizit. Hältst du dieses ein, wirst du auch abnehmen, wenn deine Insulinspiegel aufgrund kohlenhydratreicher Ernährung im Laufe des Tages immer wieder ansteigen.

Im Umkehrschluss heißt das auch, dass du auch bei konstant niedrig gehaltenem Insulinspiegel nicht abnehmen würdest, solange du dich nicht im Kaloriendefizit befindest.

(Übrigens – wusstest du, dass nicht nur Kohlenhydrate zur Ausschüttung von Insulin führen, sondern auch Protein? Du könntest dich also auch rein Low Carb ernähren, und deine Insulinspiegel würden dennoch im Laufe des Tages an- und absteigen.)

Hilfe ich nehme nicht ab! Fortschritte Richtig Messen

7. Du nimmst nicht ab? Deine Genetik ist schuld!

Bis zu einem gewissen Grad spielt die Genetik im Bezug auf Fettabbau oder Muskelaufbau natürlich eine Rolle. Ebenso kann man deren Bedeutung in Bezug auf Krankheiten oder angeborene Stoffwechselstörungen (wie Diabetes Typ 1) nicht vernachlässigen.

Im Großteil der Fälle ist es aber nunmal so, dass nicht die Genetik schuld ist, wenn Diäten scheitern. Oft wird aber damit argumentiert, weil es leichter ist, die Verantwortung abzugeben und auf einen Faktor zu schieben, den man nicht beeinflussen kann – in diesem Fall die Gene! (Achtung, hier kommt ein wenig „Tough Love“ zum Einsatz – aber es ist nunmal die harte Wahrheit!)

Glücklicherweise ist es aber so, dass bei gesunden Menschen die Gene eine sehr kleine Rolle spielen. Viel wichtiger sind dabei unsere Lebensstilentscheidungen – die Ernährung, Sport, Alltagsbewegung, Schlaf und Stressreduktion. Das bedeutet wiederum auch, dass jeder es schaffen kann, Körperfett abzubauen und Muskeln aufzubauen – auch mit „schlechter“ genetischer Veranlagung!

Ernährungsmythen - Lebensstil-Entscheidungen

8. Jede Diät führt zum Jojo-Effekt

Du hast nach deiner Diät wieder zugenommen? Dann kann das nur am eingeschlafenen Stoffwechsel liegen – der klassische Jojo-Effekt kommt zu Tragen!

Vom „Jojo-Effekt“ wird oft gesprochen, wenn nach einer (Crash-)Diät das abgenommene Gewicht wieder zugelegt wird – und oft sogar noch etwas mehr. Es wird automatisch davon ausgegangen, dass Diäten zum Jojo-Effekt führen – was so definitiv nicht stimmt.

Der Grund für eine Gewichtszunahme nach radikalen Diäten ist meist jener, dass während der Diät selbst keine neuen, gesunden Gewohnheiten etabliert wurden. Es werden meist radikale Mittel angewandt, um schnell Gewicht zu verlieren (drastische Reduktion der Nahrungsmittelmenge oder Eliminieren kompletter Lebensmittelgruppen).

Diese Umstellungen sind selten nachhaltig und führen meist dazu, dass „nach“ der Diät eben diese Dinge umso mehr konsumiert werden – was wieder zum Kalorienüberschuss und einer Gewichtszunahme führt.

Vermeiden lässt sich das, indem anstatt auf radikale Diäten eher auf das Etablieren langfristiger Gewohnheiten gesetzt wird. Diese sollten dann auch nach der Diät noch beibehalten werden.

Mit einem „eingeschlafenen Stoffwechsel“ hat das relativ wenig zu tun – mehr dazu kannst du in diesem Blogbeitrag lesen.

vorher nachher Foto

9. Koffein ist ungesund und entwässert den Körper

Kaffee (und das darin enthaltene Koffein) hat den Ruf, dehydrierend zu wirken und den Körper zu entwässern. Jedoch ist an diesem Mythos nichts dran. Auf deinen Wasserhaushalt hat Kaffee keinen nennenswerten Einfluss.

Auch der Mythos, Kaffee (oder andere koffeinhaltige Getränke) seien ungesund, hat sich als falsch erwiesen. Koffein macht in Haushaltsmengen weder süchtig, noch wirkt es sich negativ auf deine Gesundheit aus.

Du solltest beim Konsum vom Koffein lediglich darauf achten, deine individuelle Toleranzgrenze nicht zu überschreiten. Wenn du keinen Kaffee verträgst, solltest du ihn natürlich auch vermeiden. Höre diesbezüglich einfach gut auf deinen Körper.

Ist Koffein ungesund? 5 Mythen über Koffein aufgeklärt! Fitnessblog Squats, Greens & Proteins

10. Süßstoffe verursachen Heißhunger und sind ungesund

Dass Süßstoffe Krebs verursachen, Heißhunger begünstigen und Dickmacher seien, hält sich ebenso hartnäckig.

Gerade zum Thema Süßstoffe und Krebs wurden viele Studien durchgeführt. Diese sind aber wenig aussagekräftig, da sie mit irrelevant hohen Mengen und nur an Tieren durchgeführt wurden. Somit sind sie sehr schlecht auf den menschlichen Körper übertragbar.

Im Gegenteil – in darauffolgenden Studien wurde gezeigt, dass zwischen Süßstoffkonsum und Krebsrisiko kein Zusammenhang besteht.

Ebenso wirken sie sich nicht auf den Insulinspiegel oder Heißhunger aus, da sie keine Kalorien (also keine Kohlenhydrate etc.) haben, die zur Ausschüttung von Insulin führen könnten. Dass sie dem Körper eine Zuckerzufuhr „vorgaukeln“ würden, ist schlichtweg falsch.

Infolgedessen sind sie auch definitiv keine „Dickmacher“. Du kannst dein Porridge und Co. also ohne Probleme damit verfeinern.

Mehr zum Thema Süßstoffe kannst du übrigens in diesem Blogbeitrag lesen:

Süssstoffe und Abnehmen - Süßstoffmythen

Video: ERNÄHRUNGS-BULLSHIT. 30 Ernährungsmythen, die du nicht mehr glauben solltest!

In diesem Video findest du noch 20 weitere Ernährungsmythen, denen du in Zukunft weitaus weniger Beachtung schenken solltest.

Wenn dir das Video gefällt, lass mir doch einen Daumen nach oben und ein Abo auf dem Kanal da – und erzähl mir, welche Mythen du davon noch geglaubt hast! 🙂

Hast du diese Mythen bisher auch geglaubt? Und kennst du noch weitere Ernährungsmythen, die man nicht mehr glauben sollte?

Bis bald!

Melanie von Squats, Greens & Proteins
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