Where To Start – Ein Anfänger Guide

In den letzten vier Beiträgen dieser Reihe ist es darum gegangen, welche großen Fehler man zu Beginn machen kann, wenn man sein Leben gesünder gestalten möchte. Dabei habe ich euch gezeigt, dass es keinen Sinn macht, alles auf einmal zu wollen, woher ihr eure Information nehmen könnt, und warum die falschen Vorbilder und Motive euch auf lange Zeit nur frustrieren. Jetzt wisst ihr aber wahrscheinlich immer noch nicht, wo ihr denn eigentlich anfangen sollt – weshalb ich heute einen kompletten Anfänger Guide für euch habe.

Es gibt einige Dinge, die ihr beachten solltet, wenn ihr eure Ernährung umstellen möchtet. Eine komplette Schritt-für-Schritt Anleitung gibt es wohl nicht, da jedem von euch wahrscheinlich unterschiedliche Dinge schwer fallen. Für manche wird das Weglassen von Süßigkeiten keine Herausforderung sein, während es anderen wahnsinnig schwer fällt, sich nicht ständig ein Stück Schokolade zu gönnen.

Worauf muss ich denn nun achten?

Wohl offensichtlich, aber dennoch am wichtigsten:

Esst viel Obst und Gemüse.

Damit meine ich nicht, dass ihr euch nur noch davon ernähren sollt. Versucht aber, anstatt des Schoko- oder Müsliriegels mal eine Banane und einen Apfel zu essen, macht euch mal eine Gemüsebeilage zum Essen, oder trinkt vielleicht mal Smoothies. Jede zusätzliche Portion Obst und Gemüse ist schon ein Gewinn in jeder Hinsicht – es macht eure Ernährung nicht nur bunter und nährstoffreicher, sondern wird euch auch länger satt halten als Süßigkeiten, von denen nur “leere Kalorien” (hoher Energiegehalt, aber geringe Nährstoffdichte) kommen,

Fett macht nicht fett!

Und das gilt für jedes Lebensmittel. Kein Lebensmittel macht dick, die Menge macht das Gift. So ist eine gewisse Menge an essentiellen Fetten extrem wichtig für die Bildung von Hormonen und die Aufnahme von fettlöslichen Vitamine (ansonsten würdet ihr sie schlichtweg wieder ausscheiden). Außerdem helfen sie, die Blutfettwerte zu regulieren und wirken entzündungshemmend. Essentielle Fettsäuren sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren der Omega-3 und Omega-6 Reihe. Diese sind in in fettreichem Fisch, Algenölen und hochwertigen pflanzlichen Ölen wie Algenöl, Leinöl, Sojaöl oder Walnussöl enthalten. Wichtig: diese Öle niemals erhitzen, da dabei extrem ungesunde Transfettsäuren entstehen können! Am besten zum Erhitzen geeignet ist Kokosöl, da es aus gesättigten Fettsäuren besteht und diese nicht zu Transfettsäuren werden können – dieses aber in Maßen genießen.

Kohlenhydrate sind nicht böse!

Und das zu jeder Tageszeit. Auch nach 18:00 Uhr. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für euren Körper und ohne sie würde er schnell an Leistungsfähigkeit verlieren. Worauf ihr hier achten solltet sind hochwertige Kohlenhydratquellen. Reiner Zucker geht sehr schnell ins Blut über und lässt euren Blutzuckerspiegel in die Höhe schießen – und ebenso schnell wieder abfallen. Energietiefs und Heißhunger sind die Folge. Somit solltet ihr eher auf komplexe Kohlenhydrate sowie ballaststoffhaltige Lebensmittel zurückgreifen. Diese Kohlenhydrate lassen den Blutzucker langsam ansteigen, wodurch ihr auf längere Zeit konstant mit Energie versorgt seid. Beispiele für solche Lebensmittel sind alle Vollkorngetreide (je weniger verarbeitet, desto besser), stärkehaltige Gemüse wie Kartoffeln oder Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte, die noch dazu auch viel Eiweiß enthalten.

Pflanzlich vor tierisch.

Wenn ihr die Wahl habt, entscheidet euch für pflanzliche Lebensmittel. Das ist nicht nur vorteilhaft für die Umwelt und vor allem besser für die Tiere, sondern auch für euren Körper. Die in tierischen Lebensmitteln enthaltenen gesättigten Fettsäuren und Purine können schwerwiegende gesundheitliche Probleme hervorrufen (so wie etwa einen hohen Cholesterinspiegel, was irgendwann zu Arteriosklerose führt – Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Folge, oder auch Gicht durch eine konstant hohe Purinzufuhr). Pflanzliche Lebensmittel enthalten hingegen nicht nur viele essentielle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzlichenstoffe, sondern sind auch frei von diesen schädlichen Substanzen. Wenn ihr euch über diese Thematik weiter informieren möchtet, empfehle ich euch Bücher wie Peace Food oder Die Milch macht’s!.

Arbeitet mit eurem Körper – nicht gegen ihn.

Viele verlernen leider im Laufe der Zeit, auf den eigenen Körper zu hören – zu essen, wenn man Hunger hat, und aufzuhören, wenn man satt ist. Verantwortlich dafür sind vielleicht Umwelteinflüsse wie Eltern oder Freunde, manchmal aber auch so manche Diät-Richtlinien, die einem bestimmte Mengen an Nahrungsmitteln vorschreiben, und keine Rücksicht auf Hunger- und Sättigungsgefühle nehmen. Versucht, das Essen nicht als Beschäftigung bei Langeweile und/oder Bewältigungsmechanismus für Emotionen zu verwenden – dafür ist es nicht da. Esst, wenn ihr Hunger habt. Achtet auf die Signale, die euch euer Körper gibt, und sobald sich eine Sättigung einstellt – hört auf, zu essen.
Für mich ist das der schwierigste Teil. Ich liebe es, zu essen – und neige auch gerne dazu, mich zu überessen. Mir hat das Buch “Intuitiv Abnehmen” extrem geholfen, wieder zu meinem natürlichen Essverhalten zurückzufinden – solltet ihr auch Probleme damit haben, empfehle ich euch, es mal zu lesen.

Ein gesunder Alltag

Ein gesunder Lebensstil beginnt im Alltag. Das involviert sowohl gesunde Ernährung als auch ausreichend Bewegung. Noch ein paar Tipps für einen aktiveren, gesünderen Lebensstil:

  • Anstelle von Aufzug und Rolltreppe die Treppe benutzen
  • Obstkörbe zuhause und am Arbeitsplatz aufstellen, anstatt Süßigkeiten in der Schublade zu bunkern
  • Spaß am Lebensmitteleinkauf finden und sich Zeit dafür nehmen (weitere Tipps zum Einkaufen und eine komplette Einkaufsliste findet ihr hier)
  • Nicht von Büro zu Büro telefonieren – stattdessen aufstehen und persönlich miteinander sprechen. Diese kurze Bewegung zwischendurch ist nicht nur gut für’s Arbeitsklima und euren Körper, sondern fördert zudem auch noch die Konzentration am Arbeitsplatz.
  • Gemeinsam gesund kochen – überzeugt auch eure Familienmitglieder und Freunde davon, dass gesundes Essen schmeckt!
  • Es muss nicht immer Sport sein! Schon ein einfacher Spaziergang ist besser, als auf der Couch zu liegen.
  • Mit Freunden mal auf einen Spaziergang treffen, anstatt nur Kaffee zu trinken.

Den allerwichtigsten Tipp aber habe ich mir  bis zuletzt aufgehoben.

Seid nicht zu streng mit euch selber.

Jeder macht Fehler, niemand ernährt sich zu 100 Prozent gesund und jeder lässt mal den Sport aus – das ist menschlich! Macht euch nicht fertig, sondern macht einfach dort weiter, wo ihr vorher aufgehört habt. Zu einem gesunden Lebensstil gehört nun mal Ausgewogenheit – es geht darum, langfristig die richtige Balance zwischen gut für den Körper und gut für den Kopf zu finden.

Where to Start (5) - 2

Was sagt ihr dazu? Was gehört für euch zu einem gesunden Lebensstil dazu? Ich möchte total gerne eure Meinung zu dem Thema hören – lasst mir doch ein Kommentar da 🙂

Bis bald!

Eure Melanie

2 Kommentare

  1. […] 5. Juni kommt der fünfte und letzte Teil der „Where To Start“-Reihe. Ich habe einen kompletten Anfänger-Guide für euch – […]

  2. […] Wie ihr in euren Alltag Bewegung einbauen könnt […]

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