Ich bewege mich mittlerweile schon ein paar Jahre in der Fitnessszene, und immer wieder kommen Mythen zum Vorschein, von denen man glauben würde, dass sie schon lange ausgestorben sind. Gerade zum Thema „Abnehmen“ werden immer noch unzählige „Fakten“ verbreitet, die jedoch nichts weiter sind als Mythen und überholte Meinungen. Deshalb zeige ich dir jetzt 5 Abnehm-Mythen, die du von nun an definitiv nicht mehr glauben solltest.

5 Abnehm-Mythen, die du schon lange nicht mehr glauben solltest! Abnehmen - Squats, Greens & Proteins

5 Abnehm-Mythen, die du nicht mehr glauben solltest

1 // „Iss Lebensmittel abc, dann nimmst du ab.“

Ein Abnehm-Mythos, der noch immer seine Kreise in Frauen- und Pseudo-Fitness-Zeitschriften macht: iss dies und das, dann nimmst du ab.

Nein, so funktioniert abnehmen nicht. Du nimmst ab, wenn du dich in einem Kaloriendefizit befindest (also mehr Kalorien verbrennst, als du zu dir nimmst) – unabhängig von deiner Lebensmittelauswahl. Du könntest jeden Tag einen Becher Ben & Jerry’s Eis essen und trotzdem abnehmen, solange du in einem Defizit bist. Umgekehrt funktioniert es also auch nicht, zu sagen, dass du von Lebensmittel abc abnimmst – die Tagesbilanz zählt.

Mehr dazu, wie Abnehmen wirklich funktioniert, kannst du hier lesen.

2 // „Du nimmst nicht (mehr) ab, weil dein Stoffwechsel eingeschlafen ist.“

Wer schon eine längere Diät oder eine Ernährungsumstellung hinter sich hat, kennt diese Situation: früher oder später erreicht man ein Plateau und es tut sich nichts mehr. Das kann nur eine Erklärung haben: der Stoffwechsel muss eingeschlafen sein, deshalb nimmt man nicht mehr ab!

Auch dieser Mythos ist falsch – denn der Stoffwechsel kann nicht einschlafen. In einer Diät ein Plateau zu erreichen ist vollkommen normal und hat ganz unterschiedliche Ursachen (wie etwa ein verringerter Kalorienverbrauch, weil du schlichtweg weniger wiegst). Ein „eingeschlafener Stoffwechsel“ in dem Sinne existiert nicht.

Mehr zum Thema Stoffwechsel kannst du in diesen Beiträgen lesen:

Kann der Stoffwechsel einschlafen? – Ich esse schon nichts mehr und nehme nicht ab!
Stoffwechsel ankurbeln und täglich mehr Kalorien verbrennen – so geht’s!

5 Abnehm-Mythen, die du schon lange nicht mehr glauben solltest! Abnehmen - Squats, Greens & Proteins

3 // Detox-Tees und Entschlackungskuren

Gerade zum Jahresbeginn, nach der Festtags-Schlemmerei, lässt sich dieses Phänomen gerade auf Instagram und Co. oft beobachten: als Einstieg in den Neujahrsvorsatz „xx Kilogramm abnehmen“ wird erst mal eine Detox-Kur gemacht, um  Giftstoffe aus dem Körper zu spülen und den Körper auf die (hoffentlich) bevorstehende Ernährungsumstellung vorzubereiten. Gefeiert werden die Kuren dann noch mehr, wenn innerhalb weniger Tage einige Kilos weniger auf der Waage stehen. Zumindest solange, bis dieses Gewicht seinen Weg zurück findet – denn dann heißt es „Jo-Jo-Effekt“.

Um diesen Mythos hoffentlich nun endgültig aus dem Weg zu räumen: Entgiftungskuren sind Geld- und Zeitverschwendung und haben keinen positiven Effekt auf die Gewichtsabnahme oder die Gesundheit. Dies hat mehrere Gründe.

  1. Dein Körper benötigt keine „Entgiftung“ von außen – denn diesen Job übernehmen bereits die Leber und die Nieren. Die machen ihren Job sogar sehr gut, indem sie Giftstoffe aus dem Blut filtern und für die Ausscheidung dieser zuständig sind.
  2. Der Grund, warum du bei Entgiftungskuren abnimmst ist nicht, dass dein Körper „entschlackt“. Der einzige Grund für die Gewichtsabnahme ist die radikale Kalorienrestriktion – meist werden bei solchen Kuren nicht mehr als 600-1000 Kalorien täglich zugeführt. Natürlich nimmst du dann ab. Allerdings ist das nicht die Gewichtsabnahme, die wir uns wünschen, denn…
  3. Alles, was du verlierst, sind Muskeln und Wasser. So schön es auch wäre, durch eine solche Kur Fett zu verlieren – der Körper greift bei Detoxkuren aufgrund der zu geringen Proteinzufuhr lediglich auf Muskelgewebe zurück. Genau dies sollte jedoch vermieden werden.

Entschlackungskuren haben auch einige gesundheitliche Nachteile – wie etwa Zyklusstörungen bei Frauen aufgrund der zu geringen Kalorienzufuhr oder Nährstoffmängel.

Fazit: Bitte lass es bleiben. Setze auf eine nachhaltige, langfristige Ernährungsumstellung anstatt kurzfristiger Maßnahmen, um auch nachhaltige und langfristige Ergebnisse zu erzielen.



4 // Lebensmittel xyz regt den Stoffwechsel an.

Kein Lebensmittel an sich regt den Stoffwechsel an. Dazu gibt es gar nicht sehr viel mehr zu sagen.

Du wirst nicht mehr abnehmen, wenn du von bestimmten Lebensmitteln mehr isst als von anderen. Wieder ist das einzige, was für deine Gewichtsabnahme ausschlaggebend ist, dein Kaloriendefizit.

Aber was ist mit nahrungsinduzierter Thermogenese?

Die nahrungsinduzierte Thermogenese bezeichnet der erhöhte Kalorienverbrauch durch den Konsum bestimmter Makronährstoffe. Einfach erklärt: isst du sehr proteinreich, benötigt dein Körper mehr Energie für die Verdauung und Verstoffwechselung dieser Nährstoffe, als bei einer fett- oder kohlenhydratreichen Ernährung. Allerdings hat das nichts mit speziellen Lebensmitteln an sich zu tun, sondern vielmehr mit der Makronährstoffverteilung deiner täglichen Ernährung.

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5 // BCAAs sind in einer Diät wichtig, weil sie dem Muskelschutz dienen.

Auch, wenn euch viele Influencer und Fitness-Gurus auf Social Media und Co. immer noch weis machen wollen, dass es anders ist – BCAAs (Branched Chain Amino Acids) sind kein Diät-Must-Have, sondern Geldverschwendung. Das klingt sehr reißerisch, ist jedoch tatsächlich nur die Wahrheit – bei genauerer Betrachtung wirst du gleich sehen, warum.

Der „Muskelschutz“, für den BCAAs bisher angepriesen wurden, existiert in diesem Sinne nämlich gar nicht. Es gibt in einer Diät lediglich einen Muskelerhalt – und dieser wird einzig und allein durch eine ausreichend hohe Eiweißzufuhr sichergestellt. Ist also bereits genug Eiweiß in deiner Ernährung enthalten, brauchst du keine BCAAs.

Selbst wenn du BCAAs nur als weitere Eiweißquelle betrachtest: da sie nur drei Aminosäuren enthalten und somit für den Körper weit weniger wertvoll sind als beispielsweise Whey oder anderes Proteinpulver, sind sie auch in dieser Hinsicht überflüssig. Außerdem bieten sie auch bei Intermittent Fasting keinen Vorteil, da das enthaltene Leucin den Insulinspiegel stark ansteigen lässt – sodass du gar kein „gefastetes“ Training mehr durchführst, wenn du BCAAs trinkst.

Spar dir das Geld und investiere lieber in hochwertige Lebensmittel oder normales Proteinpulver – davon wirst du langfristig mehr haben, und dein Geldbeutel dankt es dir!

Ich muss zugeben – ich selbst habe jeden einzelnen dieser Abnehm-Mythen irgendwann im Laufe meiner Trainingskarriere selbst geglaubt und war fest davon überzeugt, dass sie wahr sind. Glücklicherweise weiß ich es heute besser! 😉

Welche dieser Abnehm-Mythen hast du bisher auch immer geglaubt?

Bis bald,

Unterschrift xx Melanie von Squats, Greens & Proteins

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